Paywall
6.Nov 2024
Gehasste Bezahlschranke
Es ist sicherlich nicht nur ein Problem beim Camping, Reisen oder Vanlife. Eher ein unangenehmer allgemeiner Umstand unserer Zeit und Gesellschaft. Das maximale Abkassieren, wo es nur geht. Die üble Wegelagerei. Leute erst anzulocken und herbeizuwünschen, um sie dann bis auf das letzte Hemd auszuziehen. Besonders typische, geldgeile Maßnahmen:
- Parkplatzgebühren
- Eintritt für Museen, Schlösser, Parkanlagen
- Maßlos überzogene Preise für Speisen und Getränke
- Kurtaxe
Jeder soll etwas verdienen. Versteh mich nicht falsch. Ich will keine Leistung umsonst. Aber Leute mit kleinem Geldbeutel, auf hartem Budget, sollten dennoch eine Chance haben. Also Parkplätze in der ersten Reihe meinetwegen kostenpflichtig, aber weiter hinten sollte es auch kostenlos etwas geben.
Wenn ich z.B. bei Camping-Stellplätzen in Berlin 2022 pro Nacht 60€ berappen soll, zuzüglich Extragebühr für Strom, Abwasser, Frischwasser, Duschen, Waschmaschine, dann kann ich gleich ins Hotel gehen.
Wenn ein Hamburger mit Pommes 30€ und eine 0,2 Cola 6€ kostet, dann ist da was komplett aus dem Ruder.
Gerade bei Kultur, also dem Besuch von Burgen, Schlössern, Parkanlagen und Museen sehe ich es besonders kritisch. Kultur sollte frei sein. Es ist gesellschaftlich dumm dafür abzukassieren. Ein Schloßbesuch plus Parkplatz, mit einer 4-köpfigen Familie, kostet mancherorts schnell mal 100€, da kommt eine Familie rasch auf andere Gedanken und die Kultur bleibt auf der Strecke.
Geldfilter - Der wahre Grund
Abseits der Gier einger Abkassierer, liegt der wahre Grund im Geldfilter. Sie wollen das exklusive Klientel, nach dem Motto: Nur wer satt Geld ausgibt, der ist willkommen. Die, die nicht soviel zahlen wollen, verschwinden dann ganz von alleine. Leider ein Dauerproblem, solange es genug Leute gibt, die jede noch so schwachsinnig, utopische Gebühr bezahlen. Damit schottet sich allerdings die Geldelite erfolgreich ab. Ein Beispiel wäre die Kurtaxe von 4€/Tag in St. Peter-Ording. Ich war 2024 ein paar Stunden da, um mal Nachmittags an den Strand zu gehen. Die Controlettis der Gemeinde, mitsamt der gesamten Infrastruktur, wie Kontroll-Häuschen, Abreißkartendruck, Hinweisschilder etc. kosten bestimmt mehr, als was sie an Einnahmen generieren. Aber das ist ja bei der Nummer egal, sie blocken zuverlässig gewisse Leute ab. Das ist ihre einzig wichtige Aufgabe.
Ich wünschte mir von solchen Orten einfach: Ein Ortsschild unter dem steht, wer sich hier sein Geld nicht reichlich abpumpen lässt, der ist hier nicht willkommen. Ein offenes Bekenntnis in der Art: Reisende mit kleinem Budget sind hier vollkommen unerwünscht! Das wäre wenigstens ehrlich, doch das traut sich ja keiner.
Mein Ratschlag wäre nun, informiert euch vorab. Meistens gibt es ähnlich schöne Plätze zu erheblich günstigeren Konditionen. Fahrt einfach weiter, wenn ihr merkt, dass überzogen abkassiert wird. Lasst diese Plätze der Gier unbeachtet, sobald mehrere das tun, brechen Besucherzahlen und Umsatz ein. Das ist die Macht der Menschen mit kleinem Budget.



