Château des Rohan
23.Jun 2026
Château des Rohan
In der Region mittlerer Oberrhein findet man nicht nur auf deutscher, sondern auch auf französischer Seite (Elsass) wirklich Unmengen von Burgen und Schlössern, als auch deren historische Relikte in Form von Ruinen. Für Interessierte gibt es in der Region also auch auf französischer Seite, weit mehr als genug zu erwandern, zu entdecken und zu besichtigen.
Mit seiner 140 Meter breiten Sandsteinfassade protzt das Château des Rohan im Ortsinneren von Saverne. Seine Geschichte reicht zurück bis ins 13. Jahrhundert und es wird auch das kleine, elsäsische Versailles genannt. Einige Zeit, war es die ehemalige Residenz der Straßburger Fürstbischöfe. Dennoch hat es etwas den Charakter einer pompösen Kaserne (was es zeitweise sogar war). Wer einen schönen Garten oder Park sucht, der sucht vergebens. Es existierte soetwas wohl vor langer Zeit, doch seit 1853 durchschneidet der Canal de la Marne au Rhin (Rhein-Marne-Kanal) unverschämterweise den Bereich eines ehemaligen Parks. Ein anderer Teil des Parks wurde obendrein einst verkauft und parzelliert. Die heutigen Überbleibsel sind erbärmlich und wurden historisch als Exerzierplatz und in neuerer Zeit als Veranstaltungsgelände genutzt. Garten- oder Parkfreunde werden hier definitiv enttäuscht sein.
Der kostenlose Parkplatz liegt nahe der Gebäuderückseite, sodass man erst um den Gebäudekomplex herumlaufen muss, um den Haupteingang, vom Marktplatz von Saverne aus, zu erreichen. Das Château des Rohan ist zwar groß, aber es bietet von außen nicht viele Ansichten oder Motive. Etwas Besonderes sind die um das Schloss stehenden Skulpturen, die allesamt ziemlich dunkel, beinahe schwarz sind. Das erklärt sich, weil es dunkel patinierte Bronze-Skulpturen sind. Beeindruckend waren die mächtigen, geflügelten Löwen auf der Rückseite des Schlosses und die vier griechischen Jagdheldinnen vor dem Haupteingang. Von der Gebäudefront aus, ist man gleichzeitig auch unmittelbar im Zentrum des Ortsgeschehens und es ist lohnenswert, den Einhornbrunnen (das Einhorn ist das Wahrzeichen von Saverne), die Notre-Dame-de-la-Nativité, das Tribunal Judiciaire und die zahlreichen schönen, historischen Gassen der Altstadt zu besichtigen.
Leider war an meinem Besuchstag das Wetter so schön (heiß), dass ich es kaum aushalten konnte. Im Städtchen Saverne hätte ich mich ja gerne noch länger aufgehalten, doch bei 40° Celsius, war ich schnell an meiner gesundheitlichen Grenze und wollte nur noch ins Auto, was trinken, losfahren und die Klimaanlage anmachen.


















