Externsteine und Hermannsdenkmal
5.Apr 2025
Im Teutoburger Wald
Eine der wenigen herausragenden Natursehenswürdigkeiten Deutschlands liegt in der Nähe von Paderborn und Detmold. Der gebührenpflichtige Parkplatz hat mich abgeschreckt und deshalb habe ich mich von einem kostenlosen Wanderparkplatz in der Nähe des Zangenbachs auf eine etwas längere Wanderung eingerichtet, was mir allein schon wegen der Leibesertüchtigung sehr gut getan hat. Der Wald, mit gut befestigten Wegen, malerischen Tümpeln und Bachläufen war sehr schön zu durchlaufen und ich erreichte die Externsteine ganz ohne Rummel. Diese bis zu 40 Meter hoch aufragende Felsformation ist auf einen recht kleinen Bereich begrenzt. Im gesamten Umland gibt es keine weiteren, derart exponierten und aufragenden Felsblöcke die sich bizarr anmutend in die Höhe recken.
Man kann um die Dinger herumlaufen und gegen eine Gebühr von 4€, einige der höchsten Felsen über eingemeißelte Treppen und kleine Brücken besteigen. Es befinden sich auch drei Grotten im Felsen, eher Höhlen mit fensterartigen Ausschnitten nach draußen. Auf einer äußeren Wand gibt es eine Großplastik zu sehen, die eine Kreuzabnahme darstellt und die direkt aus dem massiven Fels gehauen ist. Ich las, dass Johann Wolfgang von Goethe sich intensiv mit den Grotten und dem Relief beschäftigt hatte. Zu viel Geschichte für mich - ich hab sie gesehen und abgehakt - SCHÖN!
Ich zog also weiter und weil es die räumliche Nähe nach nur 15 Kilometern anbot, habe ich noch das Hermannsdenkmal mitgenommen.
Heroische Kriegsdenkmäler sind ja nicht so mein Ding, weil ich die Glorifizierung militärischer Gewalt-Ereignisse eher zwiespältig sehe. Aber da steht er nun, mit seinen knapp über 26 Metern Körpergröße. Der Hermann der Cherusker, mit erhobenem Schwert und Flügelhelm. Blaugrün angelaufen ist er auch schon. Woran das wohl liegt?
Der Hermann sollte ursprünglich an die Varusschlacht 9. n. Christus erinnern. Wo die Germanen abertausende Römer abgeschlachtet haben, wie das Wort vermuten läßt. Meine Lust dazu Anerkennung zu zollen schwindet da ein wenig. Außerdem gab es zur Zeit der Erbauung des Hermannsdenkmal im 19. Jahrhundert eine ausgeprägte Deutsch-französische Erbfeindschaft. All dies eine Mischung von Ablehnung, Hass, Wut und Gewalt, die mir absolut nicht schmeckt und die man im heutigen Kontext einer freundschaftlichen Nachbarschaft zu Frankreich und Italien zum Glück nicht mehr so wahrnimmt. Wie schön, dass wir europäische Nachbarschaft mittlerweile freunschaftlicher haben. Lasst sie uns bewahren! Damit wir solche Monumente nicht mehr brauchen.










