St. Pe­ter-Or­ding


21.Sep 2024

Sankt Pe­ter-Or­ding

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Seit den 70er Jah­ren zieht ein ganz bes­timm­ter Nord­seeort gut­be­tuch­te Rent­ner an, weil er ei­nen tol­len Mix aus geho­be­nem Am­bien­te, Na­tu­ri­dyl­le (lan­ger Sand­s­trand), Ruhe und Pro­mi-An­ziehungs­kraft bie­tet. Da­rum fah­re ich ge­nau da hin. Denn bei Rent­nern füh­le ich mich eben so rich­tig wohl. End­lich mal ein Ort der völ­li­gen Ruhe, ganz ohne Nacht­le­ben!
Kurz nach An­kunft woll­te ich na­tür­lich zum Strand und wur­de gleich ab­kas­siert! 4€ KUR­TA­XE! Wo­für? Die­se "Tou­ris­mu­sab­ga­be" ist rei­ne Ab­zocke und Geld­sch­nei­de­rei! Glau­ben sie nicht, dass es für das Geld ir­gend­et­was Be­son­de­res gibt. Ei­nen Rol­la­tor müs­sen sie sich in je­dem Fall selbst mit­brin­gen. Der Strand, der kein Stück an­ders, als ein paar Ki­lo­me­ter nörd- oder süd­licher ist, kos­tet ein­fach ex­tra. Wem das noch nicht reicht, der darf sein Auto für Strand­park­ge­büh­ren von 12€ bis 15€ pro Tag auf Sand par­ken. Toll!

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Der Ort von dem ich rede heis­st seit 1967 Sankt Pe­ter-Or­ding. Meist mit St. ge­kürzt, die wah­ren Ken­ner nen­nen es lie­be­voll SPO. Zum Glück fand ich in ei­ner klei­nen Sei­ten­s­tra­ße noch ei­nen kos­ten­lo­sen Park­platz. Von da aus zog ich los Rich­tung Strand. Da kam ich zu­nächst nicht hin, weil, wie oben schon er­wähnt, pfiff mich ein Kur­kar­ten­kon­trol­leur zu­rück und ver­lang­te sei­nen Obu­lus. Wi­der­wil­lig - äh ord­nungs­hö­rig, wie ich als Rent­ner so bin, zahl­te ich. Über wirk­lich lan­ge Holz­boh­len­we­ge durch Sal­zwie­sen gelangt man dann zum Strand. Die flachen Sand­bän­ke ge­ben der Küs­te von SPO schon ei­nen sehr ei­gen­wil­li­gen Charak­ter. Al­les ist super­flach, das Meer, der Strand, le­di­g­lich, die ein­zi­ge Er­höhung, ein Toi­let­ten­haus, trohnt ma­jes­tä­ti­sch 5 Me­ter über dem Mee­res­spie­gel.

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So land­schaft­lich schön es dort war, so konn­te ich es kaum er­tra­gen. Die Klim­per­geräu­sche der vor­neh­men Kaf­fee- und Kuchen-Gas­tro­no­mie, mit stets abgs­preiz­tem klei­nem Fin­ger, ver­graul­ten mich. Sie wa­ren ja auch, bei stei­fer Bri­se, über vie­le Ki­lo­me­ter tran­s­por­tiert, gut hör­bar. Naja, wer Mee­res­tie­re es­sen mag und gleich­zei­tig WLAN zur Me­di­ta­ti­on im Strand­korb braucht, mag hier gut auf­geho­ben sein. Ich bin es sicher nicht. Auf dem Rück­weg zur Düne, mein­te ich, wenn ich die Oh­ren gut spitz­te, das Ra­scheln der Urin­beu­tel und Anus-Prä­ter der Strand­pa­tien­ten zu hö­ren. Wie gru­se­lig, dach­te ich nur und ver­such­te so schnell es ging zu fliehen. Im Nor­den von SPO, bei Wes­ter­he­ver­sand, steht noch so ein ty­pi­sch rot-wei­ßer Leucht­turm. Die Ge­gend soll­te nicht so tou­ris­tisch über­lau­fen sein. Also fuhr ich da hin. An­sehen, spa­zie­ren und Luft sch­nap­pen. Ach ja, und den Scha­fen er­zäh­len, was ich so Üb­les in SPO er­lebt habe.